News: Enterprise Integration im Zeitalter von Cloud, IoT und Industrie 4.0

07

Jul

Enterprise Integration im Zeitalter von Cloud, IoT und Industrie 4.0

Paul Zähner enterprise integration

An der diesjährigen Entwicklerkonferenz für Enterprise Integration in Hursley (UK) der IBM zeigte sich eindrücklich, wie unser Thema im Zentrum der grossen aktuellen IT-Trends steht. Pointiert formuliert könnte man gar sagen: Digitale Transformation = Integration.

Naheliegend, denn wenn Prozesse zunehmend digital, applikations- und organisations-übergreifend ablaufen setzt das technische Schnittstellen voraus, die für den Benutzer meist verborgen im Hintergrund Informationen weiterleiten oder Daten abgleichen.

Immer mehr Unternehmen haben erkannt, dass nicht nur ein grossen Potential in den eingesetzten Applikationen liegt, sondern auch dazwischen, bei der sicheren, flexiblen und transparenten Verbindung von Lösungen. Die Herausforderungen in diesem Bereich werden nicht kleiner und werden durch zwei nicht ganz unabhängige Trends zusätzlich befeuert.

Zum einen ist da der Trend zur Nutzung von Cloud-Lösungen (SaaS). Gerade aus den Fachabteilungen ist der Druck derzeit gross, schnell und pragmatisch und im Zweifelsfall auch an der zentralen IT vorbei entsprechende Lösungen zu nutzen. Aus Integrations-Sicht stellen sich für einen professionellen und sicheren Einsatz von SaaS im hybriden Umfeld entscheidende Fragen, z.B. nach Stammdatenmanagement oder der Zugangskontrolle und Rechtevergabe. Stellen Sie sich diese Fragen nicht oder zu spät, haben Cloudsoftware-Lösungen eine Tendenz zu mehr oder weniger unkontrollierbaren Dateninseln zu verkommen.

Hier setzt ein zweiter wesentlicher Trend an: Schnittstellen sind mittlerweile bei den Business-Usern angekommen und insbesondere zwischen verschiedenen Cloud-Lösungen wird es immer einfacher, auch für technisch weniger versierte Anwender öffentliche APIs miteinander zu verbinden. Alle sehen das riesige Potential, zusammen mit Geschäftspartnern schnell und unkompliziert durchgängige Prozesse realisieren zu können. Hier SAP, da Salesforce dort Google Docs oder Office 365. Es bestehen aber auch Fragezeichen hinsichtlich der Transparenz, Kontrolle und Sicherheit – vor allem längerfristig, denn noch immer gilt: Eine Schnittstelle zu bauen ist nicht schwer, sie – zu hunderten – zu betreiben und warten dagegen sehr.

Wenn man nun die rasant wachsenden technischen Möglichkeiten und das Potential der Vernetzung auch in neusten Anwendungsfällen wie IoT oder I4.0 bedenkt, wird klar, dass die IT unserer Kunden, wir als spezialisierte Integratoren aber auch Hersteller wie IBM vor grossen Herausforderungen stehen: Mehr Systeme, mehr APIs, weniger Zentralisierung und weniger Kontrolle sind eine brisante Mischung. Wir tun gut daran, heute darüber nachzudenken, mit welchen Architekturen, technischen Werkzeugen und organisatorischen Massnahmen wir die absehbare Komplexität managen. Wer dazu in der Lage ist, wird innovativ vorwärts gehen können und für seine Kunden und Lieferanten ein idealer Partner. Wer nicht – dem werden die Ressourcen zur Innovation und Agilität fehlen – darum ist Enterpise Integration letztlich ein Thema von strategischer Bedeutung für alle Unternehmen.


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